Meinung bilden statt adoptieren

Peter S. Fenkart

By Peter S. Fenkart

Dezember 28, 2022

Unzufrieden? Wenn der Job oder die Beziehung nicht funktionieren, lenken sich viele Menschen ab. Sie tappen in die Meinungsfalle und diskutieren lieber über Corona, den Ukraine-Krieg oder die Diäten des Bundestages, als die eigenen Probleme zu lösen. Sie beschäftigen sich mit Dingen, die sie nicht beeinflussen können, und werden immer unzufriedener. Die bessere Strategie ist es, konkret die jeweiligen Probleme zu analysieren und zu entscheiden, welche Veränderungen wichtig sind.

Werden Sie Ihr eigener Entscheidungsmeister – und der Schmied des eigenen Glücks. Die Meinungen anderer Leute sollten dabei nicht interessieren. Was Sie auch vorhaben – es ist Ihre Entscheidung, was Sie brauchen, um glücklich zu sein.


Eigene Meinung – das A und O

Natürlich ist Meinungsvielfalt richtig und wichtig. Aber sie darf nicht dazu führen, dass wir andere Meinungen annehmen, die nicht unsere sind, die falsch sind oder die unsere Entwicklung nachhaltig behindern. Täglich schnappt die Meinungsfalle zu. Durch Austausch mit Freunden und Bekannten, Nachbarn und Kollegen. Am Stammtisch. Und ganz besonders auch im Internet. Die Folgen sind ebenso zahlreich wie unerfreulich. Sie betreffen den persönlichen Erfolg, das ruinierte Lebensgefühl, verpasste Gelegenheiten. Erst die eigene Meinung und eigene Entscheidungen bringen die Wende. Denn sie sorgen dafür, dass wir nicht mehr Teil des Problems, sondern die Lösung sind.

Ist Mitreden wirklich so wichtig?

Die Meinung zu jedem Thema. Auch dann, wenn man sich gar nicht auskennt. Jede Diskussion nutzen, um den eigenen Standpunkt zu vertreten. Ob Corona oder Ukraine – alle Energie nutzen, um andere von der eigenen Meinung zu überzeugen. Bringt das etwas? Und wenn ja, was? – In der Regel bringt es Frustration. Denn das permanente Vertreten von Meinungen zu allen möglichen Themen ist vor allem eines: ein echter Energiefresser. Und dabei handelt es sich genau um die Energie, die wir bräuchten, um uns weiterzuentwickeln, unsere Probleme zu lösen und mögliche Verbesserungen in unserem Leben umzusetzen. Wir können nicht beeinflussen, ob Putin den Krieg beendet oder das Corona-Virus gefährlich mutiert. Aber wir können uns dafür entscheiden, unsere Energie und Leidenschaft in uns und unsere individuellen Ziele zu investieren und unser eigener Entscheidungsmeister zu werden.

Meinungsmache lenkt ab

Fernsehen. Radio. Internet. Facebook. – Es ist die multimediale Vielfalt, die Meinungen macht. Und es sind die Schwurbler und Verschwörungstheoretiker, die querdenken – und dadurch noch neue Meinungen gestalten. Viele Menschen entwickeln durch dieses Szenario eine Art Meinungszwang. Und diese Meinung ist meist das Nachplappern irgendwelcher Parolen. Wenn diese Parolen – und das sind sie meist – auch noch negativ sind, hat das zweierlei Folgen. Erstens: Man bekommt den Eindruck, dass die ganze Welt negativ ist und man nichts tun kann, um etwas zu ändern. Frustration macht sich breit. Zweitens: Man wird durch die düsteren Meinungen und das Verwickeln in ständige Diskussionen abgelenkt. Abgelenkt, was die eigenen Bedürfnisse, Ziele und Strategien betrifft. Beides ist unerfreulich. Doch die gute Nachricht: Sie haben es in der Hand, das alles zu beenden. Sie können sich entscheiden, ab jetzt Entscheidungsmeister zu sein. Ihre Entscheidung.

Die Unzufriedenheit überwinden

Viele „Meinungsmacher“, die zwischen Stammtisch und Demo pendeln, sind unzufrieden. Unzufrieden mit der Welt. Unzufrieden mit der Regierung. Aber vor allem sind sie unzufrieden mit sich selbst. Und an dieser Stelle passt ein bekanntes Sprichwort besonders gut: Jeder ist seines Glückes Schmied. Also nicht die Welt, die ja so ungerecht ist. Nicht die Regierung. Nicht Putin. Nicht Corona. Sondern wir. Wenn Sie sich also dafür entscheiden, Ihr Glück (und Ihre eigene Meinung) in die Hand zu nehmen und etwas verändern, verändern Sie vermutlich als erstes die Unzufriedenheit. Denn dann diskutieren Sie nicht mehr darüber, ob kaltes Duschen eine Zumutung ist oder durch die Corona-Impfung Chips von Microsoft unter die Haut gejagt werden. Sie haben vermutlich weder Lust noch Zeit, sich an solchen polemischen Diskursen zu beteiligen.

Wann nutzen Meinungen?

Uns wird heute eingeredet, dass wir zu allem eine Meinung haben sollten. Doch das ist falsch. Es gibt – wenn man es genau nimmt – nur einen guten Grund, der es notwendig macht, sich eine Meinung zu bilden: die Vorbereitung für eigene und vernünftig überlegte Entscheidungen. Entscheidungsmeister bilden sich nicht eine eigene Meinung, um mitreden zu können. Sie bilden sich eine Meinung, wenn sie gegen die Zustände, über die sich andere nur beklagen, konkret etwas unternehmen möchten. Oder sie bilden sich eine Meinung, um die private und berufliche Situation zu bewerten und zu bessern. Aus einer Meinung folgt die Haltung. Aus der Haltung folgt das Handeln. – Die Meinung nutzt ausschließlich dann, wenn eine Entscheidung ansteht, die man selbst treffen und umsetzen kann. Also nicht die Verhandlung mit Putin, sondern vielleicht der Wechsel des Jobs, eine Anschaffung, der Bau eines Hauses oder andere Dinge. Und als mein eigener Herr werde ich meine diesbezügliche Meinung oder Entscheidung vielleicht mit einigen wichtigen Menschen besprechen, aber bestimmt nicht an die große Glocke hängen und öffentlich diskutieren. Denn: Was fremde Menschen von Ihren Entscheidungen halten, sollte Ihnen egal sein.

Den Fokus verändern

Was nutzt es Ihnen, sich über die Höhe der Diäten der Mitglieder des Deutschen Bundestages aufzuregen? Nichts. Was nutzt es Ihnen, sich über die Höhe Ihres Gehalts aufzuregen? Vielleicht viel, wenn Sie die richtige Entscheidung aus dieser Meinung treffen! Die Fokussierung auf das eigene Leben, eigene Probleme und deren Lösung ist es, was den berühmten Unterschied machen kann. Überlegen, wie man auf eigene Unzufriedenheit reagieren kann. Was man konkret tun kann. Das ist die Devise. Lassen Sie sich nicht von unzufriedenen Leuten und deren Meinungen ablenken, statt sich um die wirklich wichtigen Sachen zu kümmern. Das gilt für den Job ebenso wie für die Beziehung. Werde Herr oder Frau deiner eigenen Entscheidungen.

© Peter Simon Fenkart 2022/23

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